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Armut, Reichtum und Wahnsinn

Neid ist ein Gefühl, das entsteht, wenn man einer anderen Person etwas nicht gönnt, was diese besitzt oder erreicht hat und es gleichzeitig selbst begehrt. Es ist eine Emotion, die oft mit Unzufriedenheit, Missgunst und Ärger verbunden ist. Neid kann sich sowohl auf materielle Dinge als auch auf immaterielle Vorzüge wie Erfolg, Attraktivität oder soziale Beziehungen beziehen. 

Neid ist immer ein Gefühl zwischen zwei Personen. Ein politische Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit und die Forderung, dass alle nach ihren (finanziellen) Möglichkeiten zur Gesellschaft beitragen, kann schon nach der Definition kein Neid sein.

Obwohl Deutschland zu den reichsten Ländern der Welt gehört, ist Armut auch hier ein ernstes gesellschaftliches Problem. Millionen Menschen leben in finanziell schwierigen Verhältnissen. Als arm gilt, wer weniger als 60 % des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat – das betrifft laut Statistik etwa 14 bis 16 % der Bevölkerung.

Die Ursachen für Armut in Deutschland sind vielfältig. Dazu gehören unter anderem Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, geringe Löhne sowie Bildungsdefizite. Besonders gefährdet sind Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Menschen mit Migrationshintergrund sowie ältere Menschen mit niedrigen Renten.

Armut zeigt sich nicht nur im Mangel an Geld, sondern auch in eingeschränkter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Arme Menschen haben oft schlechteren Zugang zu Bildung, Gesundheit und kulturellen Angeboten. Kinder aus armen Haushalten haben meist geringere Chancen auf gute Schulabschlüsse und später auf gut bezahlte Jobs – ein Kreislauf, der sich oft über Generationen fortsetzt.

Der Staat bietet Sozialleistungen wie Bürgergeld, Wohngeld oder Kindergeld. Diese werden bei Krisen als erstes gestrichen oder gekürzt. Das Bürgergeld wird diskreditiert wo es nur geht. Diese Hilfen reichen nicht aus und sind oft nur schwer zugänglich. Langfristig braucht es deshalb nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch gerechtere Bildungschancen, bezahlbaren Wohnraum und faire Löhne.

Armut in einem reichen Land wie Deutschland ist ein drängendes Problem – und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – aber siehe unten bei WAHNSINN.

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Deutschland gilt als wohlhabendes Land – doch es gibt kaum ein Land, in der der Reichtum ao extrem ungleich verteilt ist. Während ein kleiner Teil der Bevölkerung im Überfluss lebt, kämpft ein wachsender Teil mit finanziellen Sorgen. Laut aktuellen Studien besitzen die reichsten zehn Prozent mehr als 50 % des gesamten Vermögens, während die ärmere Hälfte kein Vermögen hat. Diese Schieflage wirft ernste gesellschaftliche Fragen auf.

Reichtum ist in Deutschland oft nicht das Ergebnis harter Arbeit, sondern wird vererbt. Wer in eine reiche Familie hineingeboren wird, hat von Anfang an bessere Startchancen: Zugang zu guter Bildung, besseren Karrieremöglichkeiten und einem starken sozialen Netzwerk. Gleichzeitig haben viele Menschen kaum die Möglichkeit, finanziell aufzusteigen, egal wie sehr sie sich bemühen. Die soziale Durchlässigkeit ist gering – Reichtum bleibt in der Regel unter sich.

Die politische Diskussion um Vermögensverteilung nimmt langsam Fahrt auf. Die Linke hat ein überzeugendes Konzept zu einer „Reichensteuer“ vorgelegt, dass große Vermögen höher besteuert. Ausserdem müssen große Erbschaften stärker belastet werden. Die hat nichts mit Neid zu tun, sondern mit Gerechtigkeit: In einem demokratischen Staat darf wirtschaftlicher Erfolg nicht allein vom Elternhaus abhängen. Und mit mehr Einnahmen der öffentlichen Hand könnte z.B. das Bildungssystem viel besser ausgebaut werden.

Besonders in Zeiten, in denen immer mehr Menschen unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden, ist der massive Reichtum einiger Weniger ein Ungleichgewicht, das das Vertrauen in soziale Gerechtigkeit gefährdet. Davon hängt auch direkt der Aufstieg der rechtsextremen Parteien und Gruppierungen ab.

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  • Oxfam – für eine gerechtere Welt … HIER
  • Die Linke: Vermögenssteuer – machbar – gut – richtig … HIER

In den letzten Jahren hat Deutschland seine Militärausgaben massiv erhöht. Für 2025 plant die Bundesregierung eine weitere Steigerung auf über 86 Milliarden Euro – langfristig sollen es sogar mehr als 150 Milliarden jährlich werden. Begründet wird dies mit der veränderten weltpolitischen Lage, dem Krieg in der Ukraine und gestiegenem Druck aus der NATO.

Das hieße, dass der Bund fortan fast 30 Prozent seiner Gesamtausgaben für die äußere Sicherheit reservieren müsste. Deutschland würde damit als eines der ersten Nato-Länder die neue Zielmarke von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen und innerhalb der Allianz von einem hinteren auf einen Spitzenplatz aufsteigen.

Die hohen Ausgaben gehen eindeutig zu Lasten anderer wichtiger Bereiche wie Bildung, Soziales oder Klimaschutz. Gerade in Zeiten knapper Haushaltsmittel und wachsender sozialer Ungleichheit sind diese Mittel für Rüstung unverantwortlich. Gelder für die Bundeswehr werden ineffizient eingesetzt – etwa durch überteuerte Rüstungsprojekte oder schlechte Verwaltung. Die Rüstungsfirmen und die Aktionäre dahinter reiben sich die Hände: sie verdienen viele Milliarden.

Zudem führt die massive Aufrüstung zu einer politischen Verschiebung: Statt langfristiger Friedenspolitik und Diplomatie steht nun wieder militärische Stärke im Vordergrund. Echte Sicherheit entsteht nicht mit Waffen: sondern durch internationale Zusammenarbeit, auch durch soziale Stabilität, Bildung und Gerechtigkeit. Die Welt war friedlicher als die Diskussion um Abrüstung ging und auch tatsächlich abgerüstet wurde, und die Welt war friedlicher als die Regierungschefs verhandelten: z.B. zwischen Israel und Ägypten – zwischen Rabin und Arafat/Anwar as-Sadat. Rabin wurde ermordet.

Dies wird alles im Hauruck-Verfahren durchgesetzt: Die Entscheidungen wurden noch schnell mit dem alten Bundestag durchgesetzt – ohne demokratische Diskussion geschweige denn Mitbestimmung.

Wir die Linke lehnen das ab, Wir fordern einen Ausbau einer europäischen Armee, die Militärausgaben in der EU sind gesamt hoch genug um eine Verteidigung sicher zu stellen,

  • 5% Ziel Militärausgaben …HIER
  • Der Bundeshaushalt mit Vorausschau bis 2029 … HIER
  • Nato Gipfel beschliesst 5% für Rüstung … HIER
  • Die Linke: Nato läutet Zeitalter der Hochrüstung ein … HIER
Das sind 2029 165 Millionen – das ist der Wahnsinn!

Warum Krieg kein Schicksal ist – ein äusserst lesenswertes Buch.

Klappentext: Das Unvorstellbare ist eingetreten: Der Krieg ist zurück – und bedroht uns alle. War der lange Frieden in Europa nur ein kurzes Intermezzo? Ereilt uns nun das Schicksal, weil wir nicht gegen unsere kriegerische Natur ankönnen? Höchste Zeit, den evolutionären Wurzeln der Gewalt nachzuspüren. Die drei Bestsellerautoren brechen zu einer Menschheitsgeschichte der anderen Art auf. Sie präsentieren die aktuellen Forschungen über Schimpansen und Bonobos, spüren der Archäologie von Mord und Totschlag nach und zeigen, wie der Krieg Despoten und Staaten, aber auch Götter groß machte. Ihre Botschaft: Wir sind nicht zum Krieg verdammt, fallen ihm jedoch, wenn wir nicht aufpassen, nur allzu leicht zum Opfer.

Aus: Interview Deutschlandfunk Meller: Das Allerwichtigste ist für uns darzustellen, dass Krieg eine kulturelle Errungenschaft ist. Es wird zwar seit 400.000 Jahren mindestens getötet, aber es ist ein Unterschied zwischen einer einzelnen Aggression und planvollem Krieg. Und planvollen organisierten Krieg gibt es erst seit der Jungsteinzeit, sprich seit der Zeit, als wir Ackerbauern wurden und als wir Grenzen und Besitz hatten. Und dann ist es auch noch mal wichtig festzustellen, dass der Krieg sich dort entwickelt. Die ersten Waffen ganz am Beginn der Kriegsführung sind noch Ackerbaugeräte. Er ist also nicht gleich von Anfang an perfekt da mit Belagerungstürmen und Städten und Mauern und Armeen, sondern von 5.500 vor Christus bei uns, 10.000 vorher im Vorderen Orient, entwickelt er sich über Jahrtausende zu dem, was er dann ist: eine ausgefeilte komplexe Kriegskunst unter Beteiligung großer Armeen. Er ist also nicht vom Himmel gefallen, und das muss man wissen, wenn man sich mit dem Krieg auseinandersetzt, und dazu zeigen wir eine große Menge ganz bedeutender Exponate.