KW 26.8_Philosophie

Hier versuchen wir, den Hintergrund unserer Wahlkampagne darzustellen. Wie hängt alles zusammen? Was sind unsere Gedanken? Was ist unser Ziel?

Die LINKE Memmingen tritt mit dem Motto „Raum für alle – neu denken, beherzt handeln“ zur Wahl an. Unsere Stadt lebt von ihrer Vielfalt: von Menschen, Räumen, Kulturen und Ideen, die das Miteinander tragen. Gute Stadtpolitik schafft Orte, an denen Begegnung möglich ist – in Schulen, Vereinen, bei Festen und in der Kultur.

Eine lebendige Demokratie braucht Dialog. Sie braucht Räume, in denen Menschen sich einbringen, entfalten und widersprechen können. Autoritäre Politik grenzt aus. Wir wollen Räume öffnen.

Dafür steht Die LINKE. Und dafür steht unsere Spitzenkandidatin Cigdem Aras. Jung, engagiert, mit türkisch-alevitischem Hintergrund und mit eigener Erfahrung darin, wie sich Ausgrenzung und Rassismus anfühlen. Sie und die gesamte LINKEWas kämpft für eine offene Stadt, in der alle gehört werden. Wir treten ein für Zuhören statt Niederschreien, für Miteinander statt Gegeneinander, für Liebe statt Hass. Rupert Reisinger hat diesen Ansatz in den vergangenen sechs Jahren als Referent für Integration im Stadtrat überzeugend vertreten. Diesen Weg wird DIE LINKE mit ganzer Kraft fortsetzen. Die Kommune ist der Ort, an dem sich entscheidet, ob wir es schaffen, unsere Gesellschaft gemeinsam und gerecht weiterzuentwickeln – und ob wir wirklich einen Raum für alle bieten, die hier leben und arbeiten.

Wahlprogramme versprechen immer viel, oft das „Blaue vom Himmel“, wer weiss denn nach ein paar Monaten noch, was in den Programmen steht. Wir wollen einen anderen Weg gehen.

Daher ist dies ist kein gewöhnliches Wahlprogramm. Unsere Ausführungen verstehen wir als Zustandsbeschreibung der politischen Situation in Memmingen, in Bayern, in Deutschland, aus kommunaler und linker Perspektive. Was ist unter den aktuellen Bedingungen vor Ort machbar? Welche Rolle kann die Politik in Memmingen spielen? Und was kann DIE LINKE erreichen. Was ist unser Beitrag für die Stadt? Wir beschreiben den Kern unserer politischen Haltung und zeigen, wie wir Politik mit und für die Menschen in Memmingen gestalten wollen: solidarisch, gerecht und nachhaltig.Für alle, die in Memmingen Raum und Platz gefunden haben.

Es sind gemeinsame Werte, Vertrauen, auch in die Institutionen und gelebte soziale Praktiken. Solidarität, Teilhabe und das Gefühl von Zugehörigkeit müssen gezielt gestärkt werden, gerade in einer vielfältigen Gesellschaft. Dazu braucht es:

  • eine gerechte Wirtschaftsordnung – was, wie das Beispiel USA zeigt, zunehmend schwieriger wird,
  • gegenseitige Anerkennung,
  • Engagement in Familien, Vereinen und Nachbarschaften
  • und ein klares Bekenntnis zu unserem Grundgesetz mit den Werten Demokratie und Menschenrechte.

Schlüsselkomponenten des Zusammenhalts sind:

  • Werte und Identität: Ein geteiltes Verständnis für grundlegende Prinzipien, Geschichte und eine gemeinsame Identität – wird von Rechtsextremen untergraben, indem sie in „Wir“ und „Ihr“ spalten.
  • Gerechtigkeit und Solidarität: Das Gefühl, dass die soziale und wirtschaftliche Ordnung fair ist, inklusive Umverteilung und sozialstaatlicher Absicherung – ist für viele immer schwerer nachvollziehbar, wenn wenige immer reicher werden und viele kaum über die Runden kommen.
  • Vertrauen und Kooperation: Gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit über individuelle Interessen hinaus – wird auch immer schwieriger, weil zu viele ihre ganze Energie brauchen um ihre persönliche Situation bewältigen und andere mit „Freizeitstress“ ausgelastet sind.
  • Institutionen und Strukturen: Funktionierende öffentliche Dienste (Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen), Bildungssysteme und Medien, die den Diskurs ermöglichen – das funktioniert auf kommunaler Ebene noch sehr gut.
  • Soziale Netzwerke: Familien, Vereine, Parteien und soziale Bewegungen schaffen Mikro- und Meso-Ebenen der Verbundenheit – das funktioniert auch noch sehr gut, wird aber schwieriger, weil versucht wird Vereine / Verbände gegeneinander auszuspielen
  • Teilhabe und Engagement: Möglichkeiten für alle, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen und sich einzubringen (Mikro-, Meso-, Makro-Ebene) – hier besteht noch ein großes Potential und und eine große Notwendigkeit in Memmingen, in der Stadt der Freiheitsrechte.

Vieles ist in der Gesellschaft und in Memmingen vorhanden und wird von den meisten Menschen in Memmingen auch vorgelebt. In den letzten Jahren gibt es Parteien, die genau diesen Zusammenhalt bekämpfen und Hass schüren. Es wird Ausgrenzung betrieben und Remigration gefordert, es wird Hass und Misstrauen geschürt, das Vertrauen in die Institutionen soll zerstört werden. Es werden Gruppen gegeneinander ausgespielt.

Wir, DIE LINKE, setzen Solidarität, Vertrauen in die Institutionen und Mitmenschlichkeit entgegen, im festen Glauben, dass Veränderung möglich und nötig ist.
Zwar können wir in Memmingen nicht alles entscheiden, etwa, wie wirtschaftliche Rahmenbedingungen oder die Finanzen der Kommunen ausgestaltet sind.
Aber wir können sehr wohl entscheiden, wie wir miteinander umgehen:
Wie wir jene behandeln, die nicht auf der Sonnenseite stehen – nicht als Bittsteller, sondern als gleichwertige Menschen, mit Respekt, Würde und Herz.

In offenen, vielfältigen Gesellschaften basiert Zusammenhalt nicht auf absoluter Gleichheit, sondern auf der gegenseitigen Anerkennung der Vielfalt bei gleichzeitigem Festhalten an gemeinsamen Grundregeln

Die Stadt ist in vielen Punkten auf einem guten Weg. Es geht Vieles viel zu langsam, vieles Wünschenswerte und Notwendige kann nicht umgesetzt werden, weil die finanziellen Mittel fehlen. In vielen Bereichen versuchen wir den Mangel kreativ zu gestalten.

Aber eines kann die Stadtgesellschaft leisten, zusammen mit der Verwaltung, den Politikern, den Vereinen und vielen einzelnen Menschen: den Zusammenhalt zu fördern, alle Menschen als Menschen behandeln, egal woher sie kommen, egal welches Geschlecht, welche Religion.

Hier ganz persönlich: ich durfte letztes Jahr erfahren und erleben, was Liebe leisten kann und wie wichtig Liebe ist. Dem Hass der rechtsradikalen Parteien können wir nur Liebe entgegensetzten. Der Ausgrenzung können wir nur Zusammenhalt entgegensetzten. Dem Egoismus können wir nur Solidarität entgegensetzen. Dafür trete ich ein, auch weiterhin gerne im Stadtrat. Rupert Reisinger, Stadtrat sie 2020

„Raum für alle“ ist mehr als ein Slogan – es ist der Leitgedanke unserer gesamten Wahlkampagne.
Es steht auf dem Titel unseres Flyers, unserer Programmbroschüre und ziert eines unserer zentralen Plakate:
„RAUM FÜR ALLE – NIEMAND IST WENIGER MENSCH.“

Unsere Plakate machen unser Verständnis von Menschsein sichtbar: Freude auf ein sicheres Zuhause. Lebenslust trotz Klimawandel (Hitze, Bäume, Schatten, Biergarten). Das gute Gefühl, Teilhabe zu erleben (ich, DU, wir – mitmachen!). Die Bedeutung von menschlicher Bildung (Klassen klein, Lehrer entspannt).
Kunst und Kultur, die Horizonte erweitern (Kunst öffnet neue Räume). Und Lebensqualität in der Stadt (Fußgänger, Fahrrad, Bus – Platz da!). Sie drücken positive „Gefühle“ aus, das was uns als Menschen ausmacht.

Was auf den Plakaten in wenigen Worten gesagt wird, vertiefen wir in unseren Flyern und Broschüren:
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der alle dazugehören. Denn nur wenn Menschen sich als Teil des Ganzen fühlen, entsteht Zusammenhalt – und nur auf diesem Boden lassen sich gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam lösen.

Trotz – oder gerade wegen – aller Krisen dürfen wir unsere positive Haltung nicht verlieren.
Denn nur mit Hoffnung, Lebensfreude und Mut lässt sich Wandel gestalten. Ja, viele Entscheidungen liegen nicht in unserer Hand – sondern in München, Berlin oder Brüssel.
Aber hier vor Ort können wir etwas tun: Zusammenhalt spürbar machen, Lebensenergie fördern, Raum für alle schaffen.

Aber der Kapitalismus …

Der Turbokapitalismus prägt unsere Lebensrealität – auf allen Ebenen. Immer mehr Lebensbereiche werden vermarktet, sogar Liebe wird zur Ware. In sozialen Medien treiben Superreiche mit Fake News die Spaltung der Gesellschaft voran.

In unserer Broschüre schreiben wir:
„In Zeiten von Turbokapitalismus und wachsender Aufrüstung ist ein sozial-ökologischer Umbau schwer umzusetzen. Wir wollen keine entsolidarisierte Gesellschaft wie in den USA. Deshalb kämpfen wir für eine Gemeinwohl-Ökonomie – eine Wirtschaft, die allen zugutekommt.“

Denn nur mit einer gerechteren Wirtschaftsordnung lassen sich die großen Herausforderungen lösen. Hoffnung macht: hier in Memmingen und weltweit entstehen neue, solidarische Modelle des Wirtschaftens. Diese Entwicklung unterstützen wir – in Memmingen, in Deutschland, in Europa.

Nicht nur das Zusammenleben in Memmingen und in der Gesellschaft muss menschlicher werden, auch unsere Wirtschaft muss menschlicher werden. Wir sind der Meinung, erst wenn wir Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden können, was wir produzieren, wie wir produzieren und wo wir produzieren wird es menschlicher werden.

Unsere PLAKAT-WAND für den Infostand.

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