Lena Christ – eine bayerische Schriftstellerin

Vor 100 Jahren starb die Schriftstellerin Lena Christ. Sie war eine der bedeutendsten Frauen in der bayerischen Literatur. Ihr wichtigstes Werk ist: Erinnerungen einer Überflüssigen.

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Aus Wikipedia:

Heute ist Lena Christ als bedeutende deutsche Autorin anerkannt. Mit Erinnerungen einer Überflüssigen, Die Rumplhanni und Mathias Bichler schuf sie drei bleibende Werke. Beeindruckend ist unter anderem die Verarbeitung ihrer eigenen Beobachtungen und Erlebnisse in ihren Büchern, die einen tiefen Einblick in das ärmliche Leben der Arbeiterklasse, der Dienstboten und der Landbevölkerung Anfang des 20. Jahrhunderts geben.

Die Heimatforscherin Maria Sedlmaier schrieb über Lena Christ: „Ihre Bücher sind voller Vaterlandsliebe, den Stoff entnahm sie aus ihrer Heimat, sie war eine überaus volkstümliche Schriftstellerin, verstand es meisterhaft zu fabulieren, kurz im Dialog packend, spannend, voll Humor und Witz, jedoch zuweilen etwas derb.“

Biografin Marita Panzer merkte ebenfalls an, dass Lena Christ in der kurzen Zeitspanne von acht Jahren ein „beachtliches Werk“ vorgelegt habe, das bis heute Anerkennung finde. Dass viele Rezensenten sie aufgrund ihrer bäuerlichen Abstammung und Verwendung des bairischen Idioms der Heimatkunstbewegung zuordneten, betrachte sie allerdings als falsch. Die Heimat, das Dorf, das Bauerntum schildere Lena Christ keinesfalls als Idylle, sondern beschreibe eine harte, hierarchisch geprägte Realität, Gewalt und Bigotterie. Zudem habe Lena Christ ab ihrem achten Lebensjahr als Wirtstochter in der Großstadt München gelebt.

In Erinnerungen einer Überflüssigen sieht Panzer keineswegs eine reine Autobiografie. Das Werk erfülle einen „literarischen Anspruch“, sei nicht nur „subjektiv“, sondern „dramatisiert und weitgehend ein literarisches Konstrukt“.[8] Die Literaturwissenschaftlerin Herta-Elisabeth Renk lobte das Buch als „großes literarisches und menschlichen Zeugnis“, als „Dichtung und Wahrheit einer Frau, einer Zeit und einer Gesellschaft“, kritisierte aber, dass Christ nicht zwischen „objektiver Wahrheit und subjektiver Verarbeitung ihrer Schilderungen“ unterschied.