Bezahlbarer Wohnraum – aber wie?

von attac Memmingen/Illerwinkel

Der Vortrag von Thomas Kästle am 17.09.2020 vor (Corona-bedingt) 30 Zuhörern war ein voller Erfolg. In einem 45 minütigen Vortrag stellt Herr Kästle recht anschaulich die Probleme auf dem Wohnungsmarkt vor und auch einige recht eindrucksvolle Umsetzungen.

Die Ausstellung kann noch bis 03.10.2020 in der Stadtbibliothek besichtigt werden.

  • HIER der Link zur Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung
  • HIER Grundwissen bezahlbarer Wohnraum in Bayern

Vortrag Thomas Kästle

HIER der Link zur Präsentation des Vortrags von Thomas Kästle

Hier die wichtigsten Aussagen aus dem Vortrag:

  • es gibt in Deutschland 42,5 Millionen Wohnungen
  • 2019 wurden 277.400 Wohnungen neu bebaut (1994 noch über 600.000)
  • je Bürger im Schnitt 49,2 m2 (1960 24 m2), in Städten 39,2 m2 – Tendenz abnehmend
  • Einfamilienhaus in Städten ist Auslaufmodell: zu viel Fläche, zu teuer
  • Statussymbole (Auto, große/herkömmliche Wohnung/Wohnform) haben immer weniger Bedeutung
  • Räumliche Trennung von Büro und Wohnung wird unbedeutender (verstärkt durch Corona)
  • 1/3 des Einkommens ist für Miete nötig – in München zum Teil bis 1/2
  • auch in Mittelstädten steigt die Miete auf über 10€ je m2
  • Eigentumsquote ist 46,5% (Bayern 51,4, Berlin 17,4) – in vielen europ. Ländern höher)
  • in Bayern: starker Zuzug, starke Unterschiede Stadt/Land – Nord/Süd
  • größtes und für die Baupreise am wichtigsten sind die Bodenpreise
  • Bodenspekulation muss geändert, eingedämmt werden (Ulmer Modell / SoBoN-München)
  • Verdichtung, Schließen von Lücken
  • Kapitalisierung öffentlicher Genossenschaften
  • Die Stadt gehört allen – neue Formen der Bürgerbeteiligung
  • neue wirtschaftliche Lösungen (günstige Bauformen, Materialien)
  • Fördermittel ausnutzen und kombinieren
  • rechtliche Möglichkeiten nutzen
  • Kommunen müssen Motor der neuen Ansätze sein

Hier einige Anregungen für Memmingen

HIER Rede Eröffnung Rupert Reisinger (attac Memmingen/Illerwinkel)

HIER der Link zu attac, dem Veranstalter der Ausstellung und des Vortrags

Es gibt ja in Memmingen bereits einige Planungsbüros, die auf vielen Gebieten tätig sind. Meiner ersten Einschätzung nach (nach jetzt vier Monaten im Stadtrat) bewegt sich das alles im Rahmen des üblichen. Es gehen, wie von Thomas Kästle gefordert die kreativen, innovativen Ideen ab.

  • Einzelhandelskonzept: hier wird versucht für den Einzelhandel günstige Rahmenbedingungen umzusetzen und zu entwickeln
  • Altstadtkonzept: Hier sollen Konzepte zur Erhaltung und Entwicklung der Altstadt erarbeitet werden

Es braucht unserer Meinung nach einige wichtige Schritte in Memmingen:

  • das Ulmer Bodenmodell, um den knappen Boden in Memmingen besser bewirtschaften zu können
  • auf den wenigen Flächen dichtere Baukonzepte, auch mal höhere Gebäude
  • wichtig sind bezahlbare Wohnungen und weniger Eigentumswohnungen
  • überlegen, ob die Stadt als Bauherr ein „Viertel“ baut – weniger Bauträger
  • oder die MEWO und Sieben-Dächer mit Kapital ausstatten
  • es braucht Überlegungen, wie ökologischer und billiger gebaut werden kann – da gibt es Modelle
  • viel mehr mit Holz (da gibt es viel Wissen in Süddeutschland / Österreich)

Hier einige interessante Links zum Thema Stadtentwicklung

Quelle Bundesumweltamt – Die Stadt für morgen – eine Vision